Bleibendes bautechnisches Zeugnis

Die Firma E.&S. Fischer entwickelte sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten Holzunternehmungen Mitteldeutschlands. In mehr als 130 Jahren Firmengeschichte bis zum 2. Weltkrieg entstanden neben dem florierenden Holzhandel auch prächtige ortsprägende Gebäude. Hier zu sehen das Stammhaus der Fischer’s, heute ein Ärztehaus in Privatbesitz.

Anläßlich des 100-jährigen Bestehens der Firma E.&S. Fischer stiftete Siegmund Fischer der Gemeinde ein „Kinderheim mit Schwesternwohnung und Kochschulräumen“ in der Neuen Gasse. Später war hier der staatliche Kindergarten und die Kindertagesstätte Regenbogen untergebracht. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz.

Ein weiteres prächtiges Gebäude ist das von Viktor Fischer um 1913 errichtete Wohnhaus. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde es als Kinderheim Paul Hildebrandt (damaliger Landrat von Meiningen) als Obdach für Flüchtlingskinder und Kriegswaisen eingerichtet. Heute gehört der Gebäudekomplex zur Stiftung Baiserhaus, die sich auch heute um Kinder in Notlagen kümmert.

Weitere bedeutsame Gebäude

Erhard Fischer (09.02.1844 bis 27.09.1911) erbaute die Villa in der damaligen Lindenstraße um 1903. Es ist das wohl prächtigste Haus in Wernshausen und kann sicherlich als ein Wahrzeichen angesehen werden.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges war die Villa zunächst Sitz der Sowjetischen Ortskommandantur, später wurde sie als Rathaus genutzt. Bis heute sind Spuren der verschiedenen Epochen zum Teil sehr gut erhalten. Die Prachtzimmer in der Hauptetage, wo viele Wernshäuser Paare heirateten. Das Zimmer, in dem sich die Räte zu Sitzungen trafen und früher wohl die Familie tafelte. „Trinken ohne essen istzwischen zwei Stühlen gesessen“ ist als Spruch in den reich verzierten Buffetschrank geschnitzt.

Albert Fischer (19.06.1871 bis 06.09.1933) baute die Villa mit dem Zuschnitt für eine Fabrikantenfamilie des frühen 20. Jahrhunderts mit repräsentativen Treppenhäusern und großen Dielen um 1920. Nach dem Kriegsende wird sie als evangelisches Erholungsheim (Mütterheim) und später als Mutter-Kind-Heim genutzt. Heute ist das Gebäude in Privatbesitz.

Siegmund Fischer, Kommerzienrat (27.06.1852 bis 02.01.1928) erbaute 1898 ein Wohnhaus in der heutgen Bahnhofsallee. Ab 1900 wird es zunächst an die Postverwaltung vermietet und später an die Post verkauft.
Das Postamt wurde am 1.10.1898 eröffnet. Heute befindet sich das Gebäude in Privatbesitz und beherbergt unter anderem eine Kinderarztpraxis.