Mit dem Bau und der Inbetriebnahme der Werraeisenbahn am 2. November 1858 verbesserten sich die Möglichkeiten des Holztransportes und des Holzhandels zusehends. Nunmehr konnte man größere Mengen Stamm- und Schnittholz auch in Gegenden befördern, die mit der Flößerei bisher nicht erreichbar waren. Im Bild der bis 1900 existierende alte Bahnhof mit Postanbau etwa um 1900.
Im Gegensatz zu vielen anderen Orten machte sich in Wernshausen der Bau eines neuen und moderneren Bahnhofes erforderlich. Im Bild das 1903 fertiggestellte Bahnhofsgebäude
Infolge des Bahnbaues sahen viele Flößer in Wernshausen die Existenz ihres Berufes gefährdet. Von den 150 Flößern, die man Mitte des 19. Jahrhunderts zählte, folgte der größte Teil mit ihren Familien der damaligen Ausreisewelle in das gelobte Land Amerika. Es gibt wohl keinen zweiten Ort an der Werra, in dem eine so große Auswanderung stattgefunden hat wie in Wernshausen. 630 Personen haben binnen weniger Jahrzehnte ihre Heimat verlassen. Viele von ihnen siedelten sich gemeinsam im Bundestaat Wisconsin an und pflegten dort noch lange ihre deutschen Sitten und Bräuche. Im Bild zu sehen ist die Tochter von August Jung, dem Besitzer der ehemaligen unteren Mühle. In dem Haus dahinter hielten die Auswanderer zunächst ihre Gottesdienste ab, bis sie später eine Kirche nach Wernshäuser Vorbild errichteten.