Die Werra entspringt im Thüringer Wald bei Masserberg und Siegmundsburg und durchfließt auf ihrem 300 km langen Weg drei Bundesländer. Auf ihrem Verlauf durchquert der Fluss Thüringen, Hessen und Niedersachsen bis er sich schließlich in Hannoversch Münden mit der Fulda zur Weser vereinigt. Dabei überwindet die Werra einen Höhenunterschied von mehr als 650 Metern.
Wernshausen, gelegen zwischen den holzreichen Gebieten des Thüringer Waldes und der Rhön, wurde im Jahre 1184 das erste Mal urkundlich erwähnt. Durch die Nähe des Waldes und des Wassers der Werra und kleinerer umliegender Bäche, war Wernshausen schon früh dafür bestimmt, ein wichtiger Standort für den mitteldeutschen Holzhandel zu werden.
Über 200 Jahre lang wurde Wernshausen durch die holzverarbeitende Industrie geprägt. Es entstanden viele Sägewerke, aber auch weitere Betriebe mit dem Schwerpunkt Holz. Mit den Jahren der deutschen Wiedervereinigung zerfiel die holzverarbeitende Industrie in Wernshausen fast vollständig. Seit dem Jahr 2008 ist Wernshausen ein Ortsteil Schmalkaldens und bis heute ein bedeutender Industrieort mit großen und mittelständigen Unternehmen.
Der Begriff der Werraflößerei beschreibt den Transport von Waren und Gütern auf der Werra. Bereits seit dem 16. Jahrhundert erfolgte der Verkehr von Rohstoffen und Manufakturgütern mit dem Floß. Die Flößerei auf der Werra ist ein sehr alter Berufszweig und ist tief in der Geschichte Wernshausens verwurzelt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden Holz, Eisenwaren und andere Güter flussabwärts in Richtung Hannoversch Münden transportiert.
Mit dem Bau der Werraeisenbahn geriet der Transport von Waren auf dem Wasserweg langsam in den Hintergrund. 1938 verließ das letzte Floß Wernshausen und ein ganzer Berufsstand verfiel langsam in Vergessenheit.
Seit 1992 hält der Flößerverein Mittlere Werra Wernshausen e.V. die Geschichte und die Tradition der Werraflößerei am Leben. Im Jahre 2022 wurde die Flößerei in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.